Normal ist keine Arbeitgebermarke. Sei du selbst! – Aber bitte passend.

Unternehmen suchen Persönlichkeiten. Menschen mit Haltung, eigenen Ideen und unterschiedlichen Perspektiven. Menschen, die etwas mitbringen, das vorher noch nicht da war. Zumindest steht das so in ziemlich vielen Stellenanzeigen. 

Und dann beginnt der Arbeitsalltag. 

Wir lernen schnell, wie „man“ im Unternehmen spricht, was man besser nicht sagt, wie viel Widerspruch erwünscht ist und was „professionell“ bedeutet. Wir passen uns an. Das ist bis zu einem gewissen Grad völlig normal. Aber wann wird aus Zugehörigkeit Konformität? Und warum sehen Unternehmen, die so viel Wert auf Individualität legen, am Ende erstaunlich oft ziemlich ähnlich aus? 

Als Filmemacher bekomme ich seit vielen Jahren Einblicke in unterschiedlichste Unternehmen und Arbeitskulturen. Vor der Kamera lässt sich dabei etwas Spannendes beobachten: Menschen sollen möglichst sie selbst sein – und beginnen, sobald die Kamera läuft, plötzlich eine Rolle zu spielen. Aber man kann Kultur nicht filmen, ohne sie sichtbar zu machen. 

Anhand von Filmen und Beobachtungen aus unzähligen Drehtagen geht es in dieser Keynote um Menschen und Unternehmen, um Persönlichkeit und Anpassung – und um die Frage, wie viel Individualität unsere Arbeitswelt wirklich aushält. 

Denn vielleicht entsteht eine starke Arbeitgebermarke nicht dort, wo alle besonders gut hineinpassen. Sondern dort, wo Menschen etwas Eigenes mitbringen dürfen. 

Normal ist keine Arbeitgebermarke. Und vielleicht sollten wir weniger Menschen suchen, die perfekt zu unserer Kultur passen – und mehr, die sie verändern.